Triangulation
Oekonomie
Das Lange Bruecke Prinzip
Giu Sau
Die Geradlinigkeit
Das Fließen
Der Cutting Angle
Die Kraft aus der Wendung
   
  Eine Ebene zurück
   

Cutting Angle


Ein wichtiges Element der Theorie der zentralen Linie wird als der "schneidende Winkel" - der Cutting Angle - bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine sehr einfache Idee, die auf den Erkenntnissen der Theorie der zentralen Linie beruht. Cutting Angle beinhaltet die Benutzung eines 45° Winkels, um eine ankommende Angriffspyramide ABZULEITEN, indem man diagonal in deren Pfad schneidet, statt sie mit einem 90° Block zu BLOCKEN. Der 90° Block würde es erforderlich machen, dass die abwehrende Bewegung kraftvoller ist, als die angreifende Bewegung. Obwohl diese Art Block ebenso effektiv sein kann, wenn die abwehrende Technik mit größerer Kraft ausgeführt wird als die angreifende, so ist die Benutzung des 45° Cutting Angle doch weniger riskant. Man kann ihn als "weichen" Mittelweg zwischen dem 90° Blocken, was auf reiner Kraft basiert, und dem 0° Blocken, was keinen Kontakt bedeutet, da die Blocklinie parallel zur Angriffslinie liegt, ansehen. Es ist charakteristisch für das System, dass der Wing Chun Kämpfer stets nach den 45° Winkeln strebt, da diese genau zwischen Hart und Weich liegen. Ein weiterer Vorteil dieser Art zu blocken ist, dass die abwehrende Hand nicht erst zurück gezogen werden muss, sondern auf der gleichen Linie direkt in einen Angriff übergehen kann, ohne dass der Kraftfluss unterbrochen wird. Aus dem 45° Winkel ergibt sich ferner noch die Möglichkeit des "Trappings", des Gefangennehmens. Die abwehrende Hand kann nämlich die abgewehrte Hand auch noch greifen und somit kontrollieren. Ein weiteres gewichtiges Argument für den 45° Block ist die Tatsache das die angreifende Faust und die verteidigende Hand auf Kollisionskurs sind. Die
Wahrscheinlichkeit einer Kollision ist dadurch wesentlich höher als beim 90° Block!